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 Betreff des Beitrags: Vom Dienstleister zum Systemlieferanten
BeitragVerfasst: 01 Jan 2011, 18:40 
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1. Deutscher Care Congress

Vom Dienstleister zum Systemlieferanten – das neue Verpflegungskonzept der Damp AG

Care Congress sorgt für Diskussionsstoff

Zeitgleich mit der Messe Hogatec 2008 fand der 1. Deutsche Care Congress unter dem Motto „Menschen, Margen, Mediziner – Wie sich Dienstleistung im Krankenhaus rechnet“ auf dem Düsseldorfer Messegelände statt. Rund 120 Teilnehmer kamen zur Veranstaltung.

Die Premiere scheint gelungen: Rund 120 Teilnehmer kamen am 29. September zum erstmals durchgeführten Deutschen Care Congress nach Düsseldorf. Das Angebot richtete sich an Entscheidungsträger aus Kliniken, Senioren und Pflegeheimen. Zu den Veranstaltern zählen die Messe Düsseldorf und K&P Consulting, ideeller Träger sind das DKI (Deutsches Krankenhaus Institut), das HKI (Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e. V.) und die Medica (weltgrößte Medizinmesse). Als Medienpartner fungierte
die Fachzeitschrift gv-praxis. Inhaltlich widmete sich der Kongress gewinnbringenden Verpflegungskonzepten für Patienten und Unternehmen.

Menschen, Margen, Mediziner…
Mit hochkarätig besetzten Fachvorträgen, einer kontroversen Podiumsdiskussionund einemrenommierten Keynote-Speaker stieg der erste Deutsche Care Congress unter demMotto „Menschen, Margen, Mediziner – Wie sich Dienstleistung im Krankenhaus rechnet“ in die Debatte um die Zukunft der Dienstleistungs- und Serviceangebote im Carebereich ein. Damit bot er Entscheidern von Gesundheitseinrichtungen eine Plattform für Information, Diskussion und Erfahrungsaustausch zu wirtschaftlichen und konzeptionellen Fragestellungen der Dienstleistungsorientierung und Serviceleistung.
Durch das Programm führte die bekannte TV- und Radiomoderatorin Judith Schulte-Loh. Es sprachen Dr. Olaf Amblank,
Managing Director von Natixis Capital Partners und Dozent am Institute of Culinary Arts sowie Beirat des MBA Studiengangs
Healthcare an der FH Berlin, Professor Dr. AntonMeyer, Ordinarius für BWL und Marketing an der Ludwig-Maximilian-
Universität München und Verfasser zahlreicher Publikationen zu Themen wie Dienstleistungsmanagement und Dienstleistungsqualität, und Prof. Dr. med. Gernold Wozniak, Leiter der Klinik für Gefäßchirurgie am Knappschaftskrankenhaus
Bottrop. Im Anschluss an den Kongress konnten die Teilnehmer einen Mittagssnack im Themenpark Cook & Chill der Hogatec
2008 genießen. Dort wurden neueste Lösungen zumThema Cook & Chill in Theorie und Praxis mit Fokus auf den Themenschwerpunkt
Speisenverteilung präsentiert.

Lahme Ente oder Wachstumsmarkt?
Günter Kuhn, Geschäftsführender Gesellschafter K&P Consulting GmbH, Düsseldorf, begrüßte die Teilnehmer und gab eine
kurze Marktübersicht. Welchen Herausforderungen sich der Klinikmarkt stellen muss, zeigte Dr. Ralf Berscheid, Vorstand der
Damp-Holding in seinem Vortrag „Vom Dienstleister zum Systemlieferanten – das neue Verpflegungskonzept der Damp AG“ auf. Mit 14 im Norden Deutschlands angesiedelten Standorten mit Schwerpunkt Akut-versorgung erwirtschaftete die Damp Holding im Jahr 2007 allein im Bereich der zentralen Serviceleistungen (ZSG) einen Umsatz von 100 Millionen Euro. Darin gebündelt sind alle nicht zum Kerngeschäft der Klinik zählenden Dienstleistungen wie etwa die Verpflegung, Logistik, Facility-Management.
Dabei lassen sich die Prozesse der ZSG in Produktion, Logistik und Services aufteilen und unterschiedlichen Leistungstiefen anbieten (Service- und Hotelleistungen + Produktion und Logistik). Zehn eigenständige Küchen wurden zu einer Zentralküche mit vier Millionen Essen jährlich vereint.

Dr. Olaf Amblank, Managing Director von Natixis Capital Partners, Hamburg, sprach in seinemBeitrag „Lahme Ente oder dynamischer Wachstumsmarkt?“ über die Zukunft des Gesundheitsmarkts Deutschland. Experten, wie etwa die Boston Consulting
prognostizieren eine langfristige, jährlicheWachstumsrate von sechs bis zehn Prozent für den deutschen Gesundheitsmarkt mit einem steigenden Anteil von „selbstbestimmten“ aktiven Kunden anstelle des „passiven Patienten als Opfer einer Krankheit“, so Dr. Amblank. Die Gesundheitsausgaben liegen pro Jahr bei 239,7 Milliarden Euro, das sind pro Kopf 2.900 Euro. Wichtig sei die einzelne Betrachtung der drei Segmente Akutkrankenhaus, Rehaklinik und Pflege. So wird die Zahl der Akutkliniken weiter sinken (2.104/
2008 auf 1.578/2030) und wegen der kürzeren Verweildauer der Patienten kaum noch therapeutische Kundenbindungen schaffen können. Rehakliniken erleben eine Identitätskrise und schrumpfen massiv, können sich jedoch mit innovativen Hotelleriekonzepten,
Wellness- und Selbstzahlerprodukten profilieren. Einzig in der Altenpflege wird es einen Zuwachs von Personen mit stationärer Pflegebedürftigkeit von rund 67 Prozent geben, wobei jedoch die Ausgaben um über 100 Prozent ansteigen.
Die Rolle der Älteren nimmt generell zu, sie werden selbstbewusster und wünschen vermehrt teilstationäre Angebote. „Diejenigen Unternehmen, die jeden Menschen in einem Krankenhaus, Pflegeheim oder in Medizinischen Versorgungszentren als potenziellen Kunden mit individuellen Bedürfnissen begreifen und sich auf die damit einhergehende Komplexität einstellen, können dynamischesWachstumselbst gestalten“, ist Dr. Amblank überzeugt.

Prof. Dr. Anton Meyer, Ordinarius für BWL und Marketing an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, beschloss den Kongress mit seinem Vortrag zum Thema „Dienstleistungsqualität als Wettbewerbsvorteil für Krankenhäuser – Was die Gesundheitsbranche von der Hospitality Industry lernen kann“. Eine klare Positionierung weist denWeg, schärft das Profil und ist zentraler Wettbewerbsvorteil im Verdrängungswettbewerb. „Der Tod liegt in der Mitte. Sie müssen besser sein als andere!“, Antizipieren und Differenzieren lautete daher seine Devise. Die Wahlentscheidung für oder gegen ein Krankenhaus sei grundsätzlich von zwei Faktoren abhängig: Der medizinisch-pflegerischen Kompetenz und derWert erhöhenden Qualität von Service-Dienstleistungen. Da ich die Kundennutzenerwartungen laufend verändern, hätte Qualität nicht nur objektive Eigenschaften, subjektive und relative Nutzenerwartungen, sondern vor allem auch branchenübergreifend dynamische Nutzenerwartungen zu erfüllen oder zu übertreffen. „Nur der vom Kunden wahrgenommene Kundennutzen zählt. Kundenerwartungen übertreffen kann nur, wer sie kennt, erahnt und
vorausdenkt“, davon ist Prof. Meyer überzeugt. Höhere Qualität – unbezahlbare Vision? Unter dem Motto „Woran unser Gesundheitswesen heute krankt. Höhere Dienstleistungsqualität für Patienten – eine unbezahlbare Vision?“ folgte eine Podiumsdiskussion, an der hochkarätige Branchenkenner wie Hans Lumma, Geschäftsführer Klüh Catering GmbH, Düsseldorf, Wolfgang Potinius, Betriebsleiter und Direktor Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim
und Geschäftsführer Gesundheitszentrum Wetterau GmbH, Judith Storf, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Patientenstellen und -Initiativen, und Prof. Dr. med. Gernold Wozniak, Chefarzt Gefäßchirurgische Klinik, Bottrop, teilnahmen. Folgende Themen wurden kontrovers diskutiert: Warum Caterer ihre Küchen schließen, warum Ärzte zu wenig Zeit für Patienten
haben, warum Verwaltungsleiter die DRGs verfluchen und was Patienten über das moderne Krankenhaus denken. Das Thema, wer denn nun das Essen ans Patientenbett bringen soll, externe Dienstleister und Servicekräfte, oder wie oft noch üblich das Pflegepersonal, wurde sehr kontrovers diskutiert. Judith Storf sprach sich für den Einsatz von Pflegepersonal bei der Speisenverteilung imPatientenzimmer aus: „Wenn die Krankenschwester Essen bringt, kann sie über medizinische Belange sprechen
und erhält sofort ein Feedback über das gesundheitliche Wohlbefinden des Patienten.“ Selbst Cateringchef Hans Lumma erlebt es oft, dass Pflegepersonal eingespart wird, sobald eine externe Servicekraft eingesetzt wird. „So soll es nicht sein“, betonte Prof. Dr. med. Wozniak und konterte provokativ: „Wenn mehr als die Hälfte des Krankenhauspersonals kein Deutschmehr spricht, gibt es sowieso keinen Austausch.“ Teils wären bis zu 60 Prozent der Ärzte nicht mehr deutschstämmig. Aufgrund des gestressten Personals würde sich der Patient oft nicht mehr trauen, Fragen zu stellen. Wolfgang Pontius brachte ein anderes Thema auf den Punkt: „Die Zeit der Ritterburgen ist vorbei, wir müssen nach außen gehen!“ Dabei sei das Essen ein wichtiger Sekundärfaktor. Nochmachen Kliniken viel zu wenig Öffentlichkeitsarbeit. Hier steckt noch großes Potenzial. Allerdings kristallisiere sich immermehr heraus, dass es differenzierte Angebote für bestimmte Personengruppen gibt. Vom Lounge-Zimmer mitWellness-Comfort bis zum einfach ausgestatteten Mehrbettzimmer kann man in Zukunft alles finden.

Petra Pettmann,
presse@pettmann.de

Quelle: http://www.kup-consult.de/fileadmin/con ... 8_Care.pdf
Quelle: http://kup-planung.de/index.php?id=216& ... 2a1647383c


Dateianhänge:
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